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CTFL 4.1.1: Black-Box-Testverfahren, White-Box-Testverfahren und erfahrungsbasierte Testverfahren unterscheiden

K2

Lehrplanabschnitt 4.1

3 eigene PrepBench-Übungsfragen zum Lernziel 4.1.1 des CTFL-Lehrplans 4.0. Probiere die Beispiele aus und überprüfe jede Antwort anhand der Lehrplanstelle.

Übungsfragen

Frage 1

Ein Team hat Black-Box- und White-Box-Testverfahren gründlich angewandt. Ein erfahrener Tester findet danach mehrere weitere Fehlerzustände allein aufgrund seines Wissens darüber, wie ähnliche Anwendungen in der Vergangenheit ausgefallen sind. Wie ist das zu erklären?

  1. Die Black-Box- und White-Box-Verfahren müssen falsch angewandt worden sein, da bei korrekter Anwendung solche Fehlerzustände nicht verbleiben
  2. Erfahrungsbasierte Testverfahren ergänzen die anderen und decken Fehlerzustände auf, die diese übersehen
  3. Der Tester hat faktisch White-Box-Tests durchgeführt, da Wissen über frühere Ausfälle strukturelles Wissen ist
  4. Erfahrungsbasierte Testverfahren lösen die anderen beiden ab, sobald ein Tester erfahren genug ist
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  • Die Black-Box- und White-Box-Verfahren müssen falsch angewandt worden sein, da bei korrekter Anwendung solche Fehlerzustände nicht verbleibenDer Lehrplan rechnet damit, dass Fehlerzustände den anderen Kategorien entgehen; deshalb ergänzen diese sie.
  • Richtige Antwort: Erfahrungsbasierte Testverfahren ergänzen die anderen und decken Fehlerzustände auf, die diese übersehenSie ergänzen die anderen und finden von diesen übersehene Fehlerzustände.
  • Der Tester hat faktisch White-Box-Tests durchgeführt, da Wissen über frühere Ausfälle strukturelles Wissen istWhite-Box-Verfahren leiten Tests aus der internen Struktur ab, nicht aus Erfahrung.
  • Erfahrungsbasierte Testverfahren lösen die anderen beiden ab, sobald ein Tester erfahren genug istDer Lehrplan stellt sie als Ergänzung dar, nie als Ersatz.

Erfahrungsbasierte Testverfahren nutzen das Wissen und die Erfahrung von Testern für den Entwurf und die Implementierung von Testfällen; mit ihnen können Fehlerzustände aufgedeckt werden, die bei Black-Box- und White-Box-Testverfahren möglicherweise übersehen werden. Daher ergänzen sie diese beiden Kategorien. Ihre Effektivität hängt stark von den Kenntnissen des Testers ab.

Lehrplanabschnitt 4.1

Frage 2

Ein Tester leitet Testfälle für einen Zahlungsdienst aus dessen dokumentiertem Verhalten ab, ohne die Implementierung anzusehen, so dass die Tests auch nach einer Neuimplementierung nutzbar bleiben. Welche Kategorie von Testverfahren ist das, und warum?

  1. White-Box, da die Tests auf einer Analyse der internen Struktur und Verarbeitung beruhen
  2. Erfahrungsbasiert, da die Effektivität stark von den Kenntnissen des Testers abhängt
  3. Black-Box, da Testfälle erst nach dem Entwurf oder der Implementierung erstellt werden können
  4. Black-Box, da die Tests auf dem spezifizierten Verhalten beruhen, unabhängig von der Implementierung
Antwort anzeigen
  • White-Box, da die Tests auf einer Analyse der internen Struktur und Verarbeitung beruhenWhite-Box-Verfahren analysieren die interne Struktur des Testobjekts, die dieser Tester bewusst ausblendet.
  • Erfahrungsbasiert, da die Effektivität stark von den Kenntnissen des Testers abhängtErfahrungsbasierte Verfahren nutzen Wissen und Erfahrung des Testers statt einer Spezifikation.
  • Black-Box, da Testfälle erst nach dem Entwurf oder der Implementierung erstellt werden könnenDie Kategorie stimmt, die Begründung nicht: White-Box-Tests brauchen zuerst Entwurf oder Implementierung.
  • Richtige Antwort: Black-Box, da die Tests auf dem spezifizierten Verhalten beruhen, unabhängig von der ImplementierungDie Tests stammen aus dem spezifizierten Verhalten, deshalb überstehen sie eine Neuimplementierung.

Black-Box-Testverfahren, auch spezifikationsbasierte Verfahren genannt, basieren auf einer Analyse des spezifizierten Verhaltens des Testobjekts ohne Kenntnis der internen Struktur. Die Testfälle werden daher unabhängig von der Implementierung erstellt; ändert sich die Implementierung, während das geforderte Verhalten gleich bleibt, sind die Testfälle weiterhin nützlich.

Lehrplanabschnitt 4.1.1

Frage 3

Auf welcher Grundlage werden Black-Box-Testverfahren entworfen?

  1. Auf der internen Codestruktur des Testobjekts
  2. Auf Wissen, Erfahrung und Intuition des Testers über wahrscheinliche Fehlerzustände
  3. Auf einer Analyse der Testbasis, etwa der Anforderungen
  4. Auf den im Quellcode ausgeführten Anweisungen und Zweigen
Antwort anzeigen
  • Auf der internen Codestruktur des TestobjektsDie interne Codestruktur zu nutzen beschreibt White-Box-Verfahren, nicht Black-Box-Verfahren.
  • Auf Wissen, Erfahrung und Intuition des Testers über wahrscheinliche FehlerzuständeSich auf Wissen und Intuition des Testers zu stützen beschreibt erfahrungsbasierte Verfahren.
  • Richtige Antwort: Auf einer Analyse der Testbasis, etwa der AnforderungenBlack-Box-Verfahren leiten Tests aus der Testbasis ab, etwa aus den Anforderungen.
  • Auf den im Quellcode ausgeführten Anweisungen und ZweigenAnweisungs- und Zweigüberdeckung sind White-Box-Maße, nicht die Grundlage des Black-Box-Entwurfs.

Black-Box-Verfahren (spezifikationsbasiert) leiten Testfälle aus einer Analyse der Testbasis ab, etwa aus Anforderungen und Spezifikationen, ohne Bezug auf die interne Struktur. White-Box-Verfahren nutzen die Codestruktur; erfahrungsbasierte Verfahren schöpfen aus Wissen und Intuition des Testers.

Lehrplanabschnitt 4.1.1

Eigenes PrepBench-Übungsmaterial, keine offiziellen Prüfungsfragen und keine Prüfungsdumps. PrepBench ist unabhängig und weder mit dem ISTQB® verbunden noch von ihm unterstützt.

Glossarbegriffe in diesem Kapitel