CTFL 1.3.1: Die sieben Grundsätze des Testens erklären
K2Lehrplanabschnitt 1.3
4 eigene PrepBench-Übungsfragen zum Lernziel 1.3.1 des CTFL-Lehrplans 4.0. Probiere die Beispiele aus und überprüfe jede Antwort anhand der Lehrplanstelle.
Übungsfragen
Frage 1
Ein Testteam führt seit zwei Jahren dieselbe Regressionstestsuite unverändert aus. In letzter Zeit findet die Suite fast keine neuen Fehlerzustände mehr, obwohl Benutzer im Betrieb weiterhin Probleme melden. Welcher Grundsatz des Testens erklärt diese Situation am BESTEN?
- Vollständiges Testen ist unmöglich
- Fehlerzustände treten gehäuft auf
- Tests nutzen sich ab
- Trugschluss: „Keine Fehler“ bedeutet ein brauchbares System
Antwort anzeigen
- Vollständiges Testen ist unmöglichDieser Grundsatz betrifft die Unmöglichkeit, alles zu testen, nicht das Nachlassen der Wirksamkeit über die Zeit.
- Fehlerzustände treten gehäuft aufDas gehäufte Auftreten betrifft, wo sich Fehlerzustände konzentrieren, nicht warum wiederholte Tests nichts Neues finden.
- Richtige Antwort: Tests nutzen sich abWerden dieselben Tests unverändert wiederholt, decken sie schließlich keine neuen Fehlerzustände mehr auf — die Tests nutzen sich ab.
- Trugschluss: „Keine Fehler“ bedeutet ein brauchbares SystemDieser Trugschluss betrifft die Erfüllung der Benutzerbedürfnisse, nicht das Nachlassen der Fehlerfindungskraft einer Suite.
Der Grundsatz „Tests nutzen sich ab“ besagt, dass dieselben Tests, wenn sie viele Male wiederholt werden, bei der Erkennung neuer Fehlerzustände zunehmend ineffektiv werden. Bestehende Tests und Testdaten müssen modifiziert und neue Tests geschrieben werden, um weiterhin Fehlerzustände zu finden.
Lehrplanabschnitt 1.3
Frage 2
Eine Analyse einer Fehlerbericht-Datenbank zeigt, dass 70 % aller Fehlerzustände in 15 % der Module des Systems gefunden wurden. Welchen Grundsatz des Testens veranschaulicht diese Beobachtung?
- Fehlerzustände treten gehäuft auf
- Testen ist kontextabhängig
- Frühes Testen spart Zeit und Geld
- Testen zeigt das Vorhandensein, nicht die Abwesenheit von Fehlerzuständen
Antwort anzeigen
- Richtige Antwort: Fehlerzustände treten gehäuft aufDass wenige Module die meisten Fehlerzustände enthalten, ist genau der Grundsatz des gehäuften Auftretens.
- Testen ist kontextabhängigKontextabhängigkeit betrifft das Anpassen des Testens an den Kontext, nicht die Konzentration von Fehlerzuständen.
- Frühes Testen spart Zeit und GeldFrühes Testen betrifft den Zeitpunkt des Testens, nicht wo sich Fehlerzustände konzentrieren.
- Testen zeigt das Vorhandensein, nicht die Abwesenheit von FehlerzuständenDieser Grundsatz betrifft, was Testen beweisen kann, nicht die Verteilung von Fehlerzuständen über Module.
Das gehäufte Auftreten von Fehlerzuständen bedeutet, dass eine kleine Anzahl von Komponenten in der Regel die meisten der gefundenen Fehlerzustände enthält. Solche Anhäufungen sind ein wichtiger Beitrag für den risikobasierten Test, der den Testaufwand auf diese Bereiche fokussiert.
Lehrplanabschnitt 1.3
Frage 3
Ein Projekt lieferte Software aus, die alle Tests bestanden hatte, doch die Benutzer lehnten sie ab, weil sie nicht zu ihren Arbeitsabläufen passte. Welcher Grundsatz des Testens beschreibt am BESTEN, was das Projekt ignoriert hat?
- Tests nutzen sich ab, wenn sie unverändert wiederholt werden
- Der Trugschluss, dass „keine Fehler“ ein brauchbares System bedeutet
- Fehlerzustände treten in wenigen Komponenten gehäuft auf
- Vollständiges Testen ist außer in trivialen Fällen unmöglich
Antwort anzeigen
- Tests nutzen sich ab, wenn sie unverändert wiederholt werdenDas Abnutzen betrifft wiederholte Tests; hier geht es um Software, die die Benutzerbedürfnisse nicht erfüllt.
- Richtige Antwort: Der Trugschluss, dass „keine Fehler“ ein brauchbares System bedeutetWenige gefundene Fehlerzustände sichern den Erfolg nicht — das System muss auch die Benutzerbedürfnisse erfüllen.
- Fehlerzustände treten in wenigen Komponenten gehäuft aufDas gehäufte Auftreten betrifft, wo Fehlerzustände liegen, nicht ob das validierte System zu den Benutzerbedürfnissen passt.
- Vollständiges Testen ist außer in trivialen Fällen unmöglichDie Unmöglichkeit vollständigen Testens hat nichts damit zu tun, dass Software die Benutzererwartungen nicht erfüllt.
Der Trugschluss „Keine Fehler“: Es ist ein Irrtum zu erwarten, dass das Verifizieren der Software und das Finden weniger Fehlerzustände den Erfolg sichern. Das System muss auch die Bedürfnisse und Erwartungen der Benutzer erfüllen — neben der Verifizierung zählt auch die Validierung.
Lehrplanabschnitt 1.3
Eigenes PrepBench-Übungsmaterial, keine offiziellen Prüfungsfragen und keine Prüfungsdumps. PrepBench ist unabhängig und weder mit dem ISTQB® verbunden noch von ihm unterstützt.